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Grußworte

Nicht nur wir, das studentische Organisationsteam, sondern auch viele weitere Akteure möchten Sie ganz persönlich begrüßen und auf dem Kongress herzlich Willkommen heißen.

SCHIRMHERR DES HAUPTKONGRESSES

— JAN-HENDRIK GOLDBECK

Frankfurt und die Bayern stehen sich am 3. Juni 2023 im DFB-Pokalfinale gegenüber. Kennedy und Chruschtschow, Systemgegner im Kalten Krieg, sprechen 1961 auf einem Gipfeltreffen miteinander. Beim Woodstock-Festival 1969 treffen Künstler wie Jimi Hendrix, Janis Joplin oder The Who aufeinander. Manche Begegnungen sind legendär, inspirierend, einmalig. Andere sind aufreibend, vielleicht gar frustrierend. Aber jede einzelne Begegnung schreibt die Geschichte weiter.

Schon unsere europäischen Vorfahren wussten um den Wert der Begegnung: am Lagerfeuer, auf den Marktplätzen und in den Kirchen dieser Welt oder in Parlamenten. Wenn wir uns begegnen, tauschen wir uns aus, grenzen uns ab, ordnen Perspektiven neu. Miteinander reden, das klingt banal, ist es auch, trotzdem wird es häufig nicht „ernsthaft“ gemacht. „Ernsthaft“ reden bedeutet: Wir müssen neugierig sein, wir müssen zuhören können. Unseren Horizont zu erweitern, das müssen wir beständig trainieren wie einen Muskel. In unserer richtungsdiffusen Zeit, in der das gesellschaftliche Klima kein Garant für fruchtbare Begegnungen ist, brauchen wir alle eine hohe Ambiguitätstoleranz.

Die Wortherkunft von Begegnung liegt im „Entgegengehen“. Gehen wir aufeinander zu, tauschen wir uns aus – idealerweise mit gesundem Menschenverstand und einem Bekenntnis zum Miteinander. Ohne Floskeln und Oberflächlichkeiten, dafür mit klugen Köpfen und Meinungspluralität. Wir müssen die Ängste des Gegenübers ernst nehmen, politische Probleme diskutieren und Lösungsansätze wälzen, auch wenn es die eine sinnvolle Lösung nicht gibt. Ich wünsche mir ideologiefreie Begegnungen, faktenbasiert, mit historischer Erfolgsevidenz als Kredibilitätsverstärker.

Sich Zeit für Begegnungen zu nehmen, das ist für jedes Unternehmen elementar. Der respektvolle Austausch verbindet uns über alle Standorte hinweg und schafft ein Miteinander aus Vertrauen, Verantwortung, Leistungsbereitschaft und Menschlichkeit – so unsere Intention in unseren Unternehmensleitlinien.

Für uns sind auch die Meinungen von außen unerlässlich, damit nicht tote Winkel zur Sackgasse für das Unternehmen werden. Daher weiß ich die Ansichten und Empfehlungen unserer Partner und Ratgeberinnen zu schätzen. Es ist die Begegnungsfähigkeit, die gute Unternehmerinnen und Unternehmer auszeichnet.

Der Kongress für Familienunternehmen verkörpert seit 26 Jahren die Überzeugung, dass es Begegnungen sind, die Zukunft gestalten, denn: Die wirklich spannenden Momente auf Veranstaltungen wie diesen entstehen vor allem im Zufälligen: in nicht geplanten Begegnungen, Gesprächen, die plötzlich Fahrt aufnehmen. Wir blicken in die Seelen der Branchen, reden über Projekte, tauschen Zukunftshoffnungen und -ängste aus. Es geht aber auch um Erfolgsgeschichten und darum, wie Vorhaben und Ideen umgesetzt werden und zu neuem Erfolg führen können. Unserem Gegenüber in solchen Momenten offen zu begegnen, ist eine zentrale Voraussetzung für Innovation.

In Familienunternehmen schlummert so viel Kreativität, Herzblut und Unternehmertum. Hier wollen Menschen wachsen, schaffen, etwas bewegen – qualitativ und quantitativ. So wächst bestenfalls nicht nur unsere Wirtschaft, sondern auch bei mehr Menschen die Motivation, diese Gesellschaft mitzugestalten. Für den eigenen Wohlstand, vor allem aber für den Wohlstand der Gesellschaft unserer Kinder im Wirtschafts- und Lebensstandort Deutschland.

Daher auch von meiner Seite die Einladung: Lasst uns reden! Damit wir am Ende dieses 26. Kongresses für Familienunternehmen sagen: Wir sind uns wahrhaft begegnet. Wir haben gelernt, gesprochen – und auch Mut gemacht!

SCHIRMHERRIN DER NACHFOLGEAKADEMIE

— DR. FRIEDERIKE DRIFTMANN

Liebe Nachfolger und Nachfolgerinnen,

gemeinsam mit Jan-Hendrik Goldbeck die Schirmherrschaft für diese wunderbare Veranstaltung zu übernehmen, das ist für mich etwas ganz Besonderes. Nun bin ich selbst MBA-Studierende an der Uni Witten und kenne daher den Witten-Style. Darum ist für mich klar, dass das ganz besondere Stunden und spannende Diskussionen werden. Wahrscheinlich wird es so sein wie oft im Leben: Gerade die Begegnungen, mit denen man nicht gerechnet hat, werden im Gedächtnis bleiben, etwas anstoßen, inspirieren, den Blick weiten.

Vielleicht kommt es sogar zu Begegnungen, die später in eine fruchtbare Zusammenarbeit münden, neue Geschäftsmodelle entstehen lassen. Auf jeden Fall werden auf dem 26. Kongress für Familienunternehmen die Fundamente für neue Freundschaften gelegt und Ideen geteilt. Es wird offen diskutiert. Und ich bin mir sicher, dass gerade in Zeiten wie diesen, in denen in den Medien und der Gesellschaft eher das Trennende betont wird, man bemüht ist, sich abzugrenzen, es nur eine Antwort geben kann: Wir brauchen viel mehr Begegnungen.

Es waren Begegnungen wie auf dem Wittener Kongress für Familienunternehmen, die das Fundament unseres Buchprojektes „Generation Verantwortung – Wenn Eigentum verpflichtet“ im Jahr 2021 gelegt haben. Gute Freundschaften sind dabei entstanden. Darum freue ich mich, meine Freundinnen und Mitautorinnen Bonita Grupp und Elena von Metzler auch auf diesem Kongress wiederzusehen.

Ähnliche Herausforderungen haben uns zusammengeführt. Für viele von uns stellen sich vergleichbare Fragen: Die frühe unternehmerische Verantwortung, die Zusammenarbeit mit Familienmitgliedern im Gesellschafterkreis, der Umgang mit öffentlichem Interesse an der eigenen Person, welche Akzente wollen wir setzen, wie uns zu einer Gesellschaft und Arbeitswelt im Wandel verhalten; all das sind Themen, zu denen sich ein Austausch lohnt.

Neben vielen Eigenschaften zeichnet Familienunternehmen eine Sache aus: Pragmatismus. Wir haben gelernt, dass man Probleme besser bewältigt, wenn man miteinander statt übereinander redet. Wir wissen, dass mit Schimpfen und Jammern noch nie Krisen gemeistert worden sind. Anpacken, Zuhören, miteinander Dinge verändern. So begegnen  Familienunternehmen, die über Generationen hinweg erfolgreich sind, Herausforderungen. Ob das einfach ist? Nein. Aber diejenigen, die wissen, wovon ich spreche, hat das noch nie aufgehalten.

Wir sollten viel öfter über diese typischen Eigenschaften von Familienunternehmen sprechen, denn ich bin überzeugt, dass wir da eine gute Botschaft für Gesellschaft und Politik haben. Darum braucht es auch mehr
Begegnungen mit Entscheidungsträgern in der Politik, mehr Sichtbarkeit von Familienunternehmerinnen und Familienunternehmern in den Medien. Wir haben etwas zu sagen. Wir sollten uns vornehmen, uns für diese
Begegnungen die notwendige Zeit zu nehmen. Und wir können voneinander lernen, wie solche Begegnungen gelingen und erfolgreich sein können.

Die Geschichte einer anderen für mich wichtigen Begegnung will ich gerne teilen: Ich darf offen bekennen, dass es mich stets sehr berührt, wenn auf der Weihnachtsfeier unserer ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis heute voller Wertschätzung von meinem viel zu früh verstorbenen Vater gesprochen wird. Damit verbunden stand dann oft die Frage im Raum, wann ich in seine Fußstapfen trete. Auch im Unternehmen bin ich immer wieder angesprochen worden. „Wann kommst Du zu uns, Friederike?“ Dass Menschen sich dies wünschen und mir zugleich zutrauen, ist eine große Quelle der Kraft für mich. Ohne die Begegnung mit ihnen hätte ich viele gute und wunderbare Momente verpasst. Auch deshalb freue ich mich darauf, wenn es soweit ist und ich in unserem Familienunternehmen meinen Platz einnehme.

Ich wünsche uns auf dem 26. Kongress für Familienunternehmen Raum und Zeit für Begegnungen, die bleiben.

PRÄSIDIUM DER UNIVERSITÄT WITTEN/HERDECKE

— DIPL.-OEC. JAN PETER NONNENKAMP, PROF. DR. JAN EHLERS, PROF. DR. MARTIN BUTZLAFF, PROF. DR. PETRA THÜRMANN, DR. DIRK JAKOBS

Grußwort folgt

STUDENTISCHEs ORGANISATIONSTEAM

— FREDERIC VON BERNSTORFF, ESTHER LINNENBRINK, NOEL MÜLLER, JONAS REDECKER UND PAULINA UNFRIED

Sehr geehrte Damen und Herren,  

Begegnungen sind alltäglich, aber in einer tieferen Qualität nicht selbstverständlich.  

Und doch sind solche Begegnungen für die Mitglieder von Unternehmerfamilien unverzichtbar. Sie halten die Verbindung zwischen Unternehmen und Familie, zwischen persönlichen Bedürfnissen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten, zwischen Augenblicksentscheidungen und strategischen Planungen.  

Unsere Gegenwart ist geprägt von immer schneller aufeinander folgenden Umbrüchen, pessimistischen Zukunftsbildern und gesellschaftlichen Diskurspolaritäten, die eine Stärkung der Begegnungsfähigkeit erfordern. 

Was aber macht eine Begegnung zu einer tiefen Begegnung? Und was bedeutet es, begegnungsfähig zu sein?   

Begegnung ist für uns nicht nur das Zusammentreffen zweier Menschen und Meinungen, sondern ein Prozess, der über die Wiederholung des Bekannten, die Abgrenzung des Fremden und das Verstehen des Anderen hinausgeht. Damit Begegnung stattfinden kann, müssen sich die Beteiligten wirklich aufeinander einlassen und so einen Raum eröffnen, in dem das Mögliche zur Wirklichkeit werden kann. 

In den Gesprächen, die wir mit Ihnen führen durften, haben Sie uns gesagt, dass der Kongress in Witten einen besonderen Raum eröffnet und Begegnungen ermöglicht hat, die Sie tief bewegt haben. Diesen Kern des Kongresses für Familienunternehmen, den Sie beschrieben haben, wollen wir wieder in den Vordergrund stellen. 

Denn in der offenen Begegnung liegt immer auch der Raum, in dem Neues entstehen kann. Begegnungsfähig zu sein bedeutet, wandlungsfähig zu sein, immer wieder neu in die Welt wirken zu wollen. Nicht als Selbstzweck, sondern als Motor der Beständigkeit: Stabilität durch Veränderung. Begegnungsfähigkeit macht Familienunternehmen seit jeher von Bestreitern der Gegenwart zu Gestaltern der Zukunft. 

Wir laden Sie herzlich ein, in den kommenden anderthalb Tagen in unterschiedlichste Formen der Begegnung einzutreten. Während der geplanten Programmpunkte oder ganz zufällig in den Kaffeepausen, in Form von persönlichen Annäherungen und auch in sachlichen Auseinandersetzungen, durch den Austausch mit anderen Unternehmer:innen genauso wie durch Impulse aus anderen Denkdisziplinen. In welcher Form auch immer – durch alle von Ihnen wird auf dem Kongress Neues entstehen. 

Wir freuen uns sehr auf Sie! 

Mit den herzlichsten Grüßen